Hamburger Schüler mit H.I.T.- Sehkoffer in Tansania

Von Rosamaria  Ceesay

Selbstgebastelte Brillengestelle aus Draht und ein Lehrer mit Sehschwäche: Erneut sind Hamburger Schüler mit dem  H.I.T. Sehkoffer nach Tansania gereist. Was die Jugendlichen bei den Augenscreenings in Südwest-Afrika erlebt haben.

Nachdem wir im März bei einer Infoveranstaltung der HIT Stiftung teilgenommen haben, bekamen wir ein erstes Bild über den Ablauf der Augenscreenings, aber auch die Arbeit, die von den Volunteers und Mitarbeitern gemacht wird. Das Projekt und der Leitsatz „Save childrens sight – for a better chance in life“ hat uns gefesselt und wir wollten das Projekt unbedingt in unserer Partnerschule, der Lupila Secondary School in Tansania, durchführen.

Somit ging es dann in die Schulungen und Treffen – und schließlich auf die große Reise. In Tansania angekommen, rückte auch der Tag der Augenscreenings immer näher.

Sie träumen davon, Pilot zu werden

Bereits an den Tagen vor dem Augenscreening wurden wir von Schülerinnen und Schülern in Lupila auf die Tests angesprochen. Einige träumten davon,  Pilot oder Pilotin zu werden, aber meinten, dass sie Sehprobleme hätten. Dass wir auf Kinder treffen würden, die gerötete Augen haben, weil ihre Mütter drinnen über einem offenen Feuer eine Abzugsmöglichkeit für den Rauch kochen müssen, darauf waren wir vorbereitet. Aber als uns die Kinder dann erzählten, dass ihre Augen immer dann schmerzen, wenn sie direkt in die Sonne schauen, kamen wir schon ins Staunen. Wir haben als Kinder gelernt, dass das schädlich ist, hier fehlte diese Aufklärung offensichtlich.

Nun war es endlich soweit, die einzelnen Stationen Nahtest, Ferntest und die Messung an dem PlusOptix wurden drinnen und draußen auf dem Schulgelände aufgebaut. Die  Mitschüler wurden eingeführt und Messungen sowie Vorgehensweisen erklärt.

Die Überraschung nach dem ersten Testlauf

Und schon kam der Moment der ersten Messungen. Zuerst nur als Übung gedacht, ging es mit einem Lehrer an die Fernsichtstation. Wie eingeübt, erklärten wir zuerst den LEA Test und die Symbole im Nahtest  und wollten dann die Symbole aus einer Entfernung von drei Metern testen. Allerdings kam es gar nicht erst so weit, der Lehrer hatte bereits, als ich mich von ihm weg bewegte, Probleme die Zeichen zu erkennen.

Ich musste immer wieder zu einem noch größeren Symbol zurückblättern, in der Hoffnung, er würde etwas erkennen. Beim größtem Wert hatte der Lehrer nach wie vor Schwierigkeiten die Zeichen zu erkennen, so dass ich mich nur fragen konnte, wie er es überhaupt schaffte, seine Schüler zu erkennen.

Nach diesem ersten schockierenden Ergebnis eines Sehtests, der eigentlich nur als Übung gedacht war, verliefen die weiteren Tests an meiner Station zu unserer Freude größtenteils positiv mit Werten um 0.0.

Jeder will den Sehtest machen

Die Schülerschaft zeigte großes Interesse an den Tests. Wir waren von Schülerinnen und Schülern umgeben, manche hatten noch mit ihren Zetteln in der Hand und warteten geduldig, andere waren schon fertig waren schauten einfach nur  interessiert zu. Gewissermaßen sahen sie darin wohl auch einen Wettbewerb beziehungsweise wollten natürlich gut abschneiden, so dass zwischendurch immer mal wieder versucht wurde, Test Ergebnisse zu vergleichen, obwohl die Schüler mit den Werten  ja eigentlich nichts anfangen konnten.

Eine Sache, die uns alle immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat: Es gab einige Schülerinnen und Schüler, die sich aus Draht Brillengestelle gebastelt hatten und damit zu den Augenscreenings auftauchten.
Und so ging ein anstrengender aber definitiv erfolgreicher und schöner Tag schnell zu Ende!

Einzig enttäuschend war, dass wir lediglich die Schülerinnen und Schüler der Lupila Secondary School, sowie acht Kinder aus dem Waisenhaus testen konnten. Die Primary School hatte Ferien, daher konnten wir die Augenscreenings nicht über die Schule regeln. Trotz Einladung in der Kirche war leider keiner der jüngeren Kinder aufgetaucht – dabei wäre  es ja gerade in diesem Alter, wo das Auge noch anpassen und Sehfehler korrigieren kann, so wichtig zu screenen.

Alles in allem war es ein wundervolles Projekt mit tollen Erfahrungen. Wir sind gespannt auf die Reaktionen, wenn die Schülerinnen und Schüler im März 2019  ihre Brillen erhalten.

Rosamaria  Ceesay ist Schülerin am Gymnasium Blankenese und dort in der Lupila-Gruppe aktiv. 

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